Wer eine Motorrad-Rennkombi kaufen möchte, sollte sich nicht nur vom Design oder Preis leiten lassen. Eine gute Rennkombi muss zum persönlichen Fahrstil, zum Einsatzzweck und vor allem zur eigenen Körperform passen. Material, Protektoren, Passform, Bewegungsfreiheit und Verarbeitung sind wichtige Faktoren, die vor dem Kauf geprüft werden sollten.
Besonders bei sportlichem Fahren und auf der Rennstrecke wird Motorradbekleidung hohen Belastungen ausgesetzt. Deshalb lohnt es sich, die verschiedenen Eigenschaften einer Rennkombi genau zu vergleichen.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, worauf Sie beim Kauf einer Motorrad-Rennkombi achten sollten und welche Punkte bei der Auswahl besonders wichtig sind.
1. Den richtigen Einsatzzweck bestimmen
Bevor Sie eine Motorrad-Rennkombi kaufen, sollten Sie zunächst überlegen, wo Sie die Kombi hauptsächlich einsetzen möchten.
Fahren Sie regelmäßig auf der Rennstrecke? Nehmen Sie gelegentlich an Trackdays teil? Oder suchen Sie eine sportliche Lederkombi, die auch für schnelle Landstraßenfahrten geeignet ist?
Der Einsatzzweck beeinflusst die Wahl der richtigen Ausstattung.
Eine Rennkombi für die Rennstrecke sollte beispielsweise eine sportliche Sitzposition, ausreichende Bewegungsfreiheit und geeignete Schutzkomponenten bieten. Wer die Kombi dagegen vielseitig im Alltag nutzen möchte, kann andere Anforderungen an Komfort und Flexibilität haben.
2. Auf das Material achten
Bei klassischen Motorrad-Rennkombis spielt Leder eine wichtige Rolle. Hochwertiges Leder kann bei entsprechender Konstruktion einen hohen Abriebschutz bieten und wird deshalb seit vielen Jahren für sportliche Motorradbekleidung eingesetzt.
Allerdings sollte nicht nur das Material betrachtet werden. Auch die Verarbeitung und Konstruktion der gesamten Kombi sind entscheidend.
Achten Sie unter anderem auf:
- Lederqualität
- Materialstärke
- Verstärkungen
- Nahtverarbeitung
- Stretchbereiche
- Reißverschlüsse
- Innenfutter
- Belüftung
Eine hochwertige Motorrad-Rennkombi sollte als Gesamtsystem betrachtet werden. Leder allein macht eine Rennkombi nicht automatisch zu einer geeigneten Schutzbekleidung.
3. Die richtige Passform ist entscheidend
Die Passform gehört zu den wichtigsten Kriterien beim Kauf einer Motorrad-Rennkombi.
Eine Rennkombi sollte körpernah sitzen, darf aber weder unangenehm drücken noch die Bewegungsfreiheit stark einschränken. Gleichzeitig sollten die Protektoren sicher an den vorgesehenen Körperstellen bleiben.
Besonders wichtig ist, die Passform nicht nur im Stehen zu beurteilen.
Nehmen Sie beim Anprobieren möglichst eine typische Motorrad-Fahrposition ein und prüfen Sie:
- Sitzen die Schultern richtig?
- Sind die Arme ausreichend beweglich?
- Sitzen die Ellbogenprotektoren korrekt?
- Bleiben die Knieprotektoren an ihrer Position?
- Gibt es unangenehme Druckstellen?
- Können Sie sich problemlos nach vorne beugen?
- Lässt sich die Kombi ohne übermäßige Spannung schließen?
Eine gute Passform sollte Sicherheit, Beweglichkeit und Komfort miteinander verbinden.
4. Einteilige oder zweiteilige Motorradkombi?
Beim Kauf stellt sich häufig die Frage, ob eine einteilige oder zweiteilige Motorrad-Rennkombi besser geeignet ist.
Einteilige Rennkombi
Eine einteilige Motorrad-Rennkombi verbindet Jacke und Hose zu einer Einheit. Sie ist besonders für sportliches Fahren und den Einsatz auf der Rennstrecke interessant.
Durch die durchgehende Konstruktion entsteht keine klassische Trennstelle zwischen Ober- und Unterkörper.
Zweiteilige Lederkombi
Eine zweiteilige Lederkombi besteht aus einer Motorradjacke und einer Motorradhose. Beide Teile können über einen Verbindungsreißverschluss miteinander verbunden werden.
Diese Variante kann für Fahrer interessant sein, die ihre Motorradbekleidung vielseitiger einsetzen möchten.
Welche Variante die richtige ist, hängt vom persönlichen Fahrstil und Einsatzzweck ab.
5. Protektoren genau prüfen
Protektoren gehören zu den wichtigsten Bestandteilen einer Motorrad-Rennkombi.
Dabei sollte man nicht nur darauf achten, ob Protektoren vorhanden sind. Wichtig sind auch deren Position, Passform und die angegebenen Schutzstandards.
Je nach Ausstattung können beispielsweise Protektoren an folgenden Bereichen vorhanden sein:
- Schultern
- Ellenbogen
- Rücken
- Hüften
- Knie
- Schienbein
Beim Anprobieren sollte geprüft werden, ob die Protektoren auch bei einer sportlichen Fahrposition korrekt sitzen.
Denn ein Protektor kann seine vorgesehene Funktion nur dann sinnvoll erfüllen, wenn er richtig positioniert ist.
6. CE-Kennzeichnung und Schutzstandards verstehen
Beim Kauf von Motorradschutzkleidung begegnen Ihnen häufig Begriffe wie CE und EN 17092.
Die Normenreihe EN 17092 beschreibt Anforderungen an Schutzkleidung für Motorradfahrer und unterscheidet verschiedene Schutzklassen.
Deshalb lohnt es sich, die Angaben auf dem Produktetikett und in den Herstellerinformationen zu überprüfen.
Wichtig ist außerdem, Schutzklasse und Ausstattung immer im Zusammenhang mit dem vorgesehenen Einsatz zu betrachten.
Eine Normangabe ersetzt dabei nicht die richtige Größe oder eine korrekt sitzende Schutzbekleidung.
7. Nähte und Verarbeitung kontrollieren
Neben Leder und Protektoren sollte auch die Verarbeitung der Rennkombi genau betrachtet werden.
Besonders bei sportlicher Motorradbekleidung sind stabile und sauber verarbeitete Nähte wichtig.
Achten Sie beim Kauf auf:
- gleichmäßige Nähte
- robuste Verbindungen
- sorgfältig verarbeitete Übergänge
- hochwertige Reißverschlüsse
- stabile Verschlüsse
- sauber eingearbeitete Stretchbereiche
Eine Motorrad-Rennkombi sollte insgesamt solide verarbeitet sein und zu ihrem vorgesehenen Einsatzbereich passen.
8. Bewegungsfreiheit nicht vergessen
Eine Rennkombi muss eng anliegen und gleichzeitig ausreichend Bewegungsfreiheit bieten.
Beim sportlichen Motorradfahren verändern sich Körperhaltung und Bewegungen ständig. Deshalb sind Stretchbereiche an bestimmten Stellen besonders wichtig.
Testen Sie bei der Anprobe verschiedene Bewegungen:
- Arme nach vorne strecken
- Knie beugen
- Oberkörper nach vorne neigen
- typische Fahrposition einnehmen
- Schultern und Ellenbogen bewegen
Die Kombi sollte sich möglichst natürlich mit dem Körper bewegen.
9. Belüftung und Komfort
Gerade bei warmem Wetter kann eine Leder-Rennkombi sehr warm werden. Deshalb sollte auch die Belüftung bei der Kaufentscheidung berücksichtigt werden.
Je nach Modell können perforierte Lederbereiche oder andere Belüftungslösungen den Tragekomfort beeinflussen.
Auch das Innenfutter spielt eine Rolle. Eine geeignete Motorrad-Funktionswäsche kann zusätzlich dabei helfen, den Tragekomfort während längerer Fahrten zu verbessern.
10. Airbag-Kompatibilität berücksichtigen
Wer ein Motorrad-Airbag-System verwendet oder zukünftig einsetzen möchte, sollte dies bereits beim Kauf der Rennkombi berücksichtigen.
Nicht jede Motorradkombi ist automatisch mit jedem Airbag-System kompatibel.
Prüfen Sie deshalb vor dem Kauf die Angaben des Herstellers und achten Sie darauf, ob die gewünschte Kombi für das verwendete System geeignet ist.
11. Standardgröße oder maßgeschneiderte Rennkombi?
Nicht jeder Körper passt perfekt in eine Standardgröße.
Wenn beispielsweise Oberkörper, Arme und Beine unterschiedliche Proportionen haben, kann eine maßgeschneiderte Motorrad-Rennkombi eine interessante Option sein.
Eine Custom-Rennkombi bietet außerdem die Möglichkeit, das Design individueller zu gestalten.
Bei OneeHide können Motorradfahrer verschiedene Racing Suits entdecken und individuelle Gestaltungsmöglichkeiten für ihre Rennbekleidung nutzen.
Das persönliche Design kann dabei beispielsweise Farben, Logos, Namen oder andere individuelle Elemente berücksichtigen.
12. Design ist wichtig – aber nicht allein entscheidend
Für viele Motorradfahrer gehört das Design zur persönlichen Identität.
Eine individuelle Rennkombi kann das eigene Motorrad, Team oder den persönlichen Stil optisch ergänzen.
Trotzdem sollten technische Eigenschaften immer zuerst berücksichtigt werden.
Eine sinnvolle Reihenfolge bei der Auswahl ist:
Passform → Schutz → Verarbeitung → Bewegungsfreiheit → Komfort → Design
Ein auffälliges Design ist ein Pluspunkt, sollte aber nicht zulasten wichtiger funktionaler Eigenschaften gehen.
13. Häufige Fehler beim Kauf einer Motorrad-Rennkombi
Nur nach dem Preis entscheiden
Der günstigste Preis bedeutet nicht automatisch, dass eine Kombi zum eigenen Einsatzbereich passt. Material, Verarbeitung, Ausstattung und Passform sollten gemeinsam betrachtet werden.
Die Kombi nur im Stehen anprobieren
Die Körperhaltung auf dem Motorrad unterscheidet sich deutlich vom normalen Stehen. Deshalb sollte die Passform möglichst auch in einer typischen Fahrposition geprüft werden.
Protektoren nicht kontrollieren
Nicht nur die Anzahl der Protektoren ist wichtig. Auch deren Sitz und Position sollten kontrolliert werden.
Eine zu große Größe wählen
Eine sehr lockere Passform kann dazu führen, dass Schutzkomponenten nicht optimal sitzen. Die Kombi sollte deshalb körpernah sitzen, ohne die Bewegungsfreiheit unangenehm einzuschränken.
Nur auf das Aussehen achten
Eine Rennkombi sollte nicht nur gut aussehen. Schutz, Passform, Material und Verarbeitung sollten bei der Kaufentscheidung eine zentrale Rolle spielen.
14. Checkliste für den Kauf
Bevor Sie Ihre neue Motorrad-Rennkombi bestellen, können Sie diese Checkliste verwenden:
- ☐ Einsatzzweck festgelegt
- ☐ Einteiler oder Zweiteiler ausgewählt
- ☐ Material geprüft
- ☐ Passform getestet
- ☐ Fahrposition berücksichtigt
- ☐ Protektoren geprüft
- ☐ Schutzstandards kontrolliert
- ☐ Nähte und Verarbeitung geprüft
- ☐ Bewegungsfreiheit getestet
- ☐ Belüftung berücksichtigt
- ☐ Airbag-Kompatibilität geprüft
- ☐ Standardgröße oder Maßanfertigung entschieden
- ☐ Pflegehinweise des Herstellers geprüft
Die richtige Motorrad-Rennkombi kaufen
Wer eine Motorrad-Rennkombi kaufen möchte, sollte sich Zeit für die Auswahl nehmen. Preis und Design sind zwar wichtige Faktoren, sollten aber nicht die einzigen Kriterien sein.
Besonders wichtig sind eine passende Größe, eine korrekte Sitzposition der Protektoren, geeignete Materialien, solide Verarbeitung und ausreichende Bewegungsfreiheit.
Auch der geplante Einsatzzweck spielt eine entscheidende Rolle. Eine Rennkombi für regelmäßige Trackdays kann andere Anforderungen erfüllen als eine Motorradkombi für vielseitige Straßennutzung.
Wer zusätzlich Wert auf ein individuelles Erscheinungsbild legt, kann eine Custom Motorrad-Rennkombi in Betracht ziehen.